Stand: 17.11.2011
Intelligenter Perimeterschutz mit Videoanlage
Für weitläufige Anlagen oder Areale auf denen sich keinerlei Personal befindet, z.B. Photovoltaik- oder Solar-Anlagen, müssen maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte umgesetzt werden, damit die Sicherheit auf dem Gelände gewährleistet werden kann. Überwacht werden diese Gelände über Internet- Verbindungen von einer Leitstelle aus. Bei Alarmmeldungen erscheint innerhalb von 2 Sekunden auf dem Bildschirm der Leitstelle die Meldung mit den Livebildern der den Bereich überwachenden Kameras bzw. Dome-Kameras, sowie die aufgezeichneten Alarmvideos. So kann in der Leitstelle schnell entscheiden werden, was getan werden muss.
Für eine Planung benötigen wir einen Lageplan mit Angaben zu den zu sichernden Bereichen. Die Planung erfolgt dann in folgenden Punkten:
Zaunabsicherung
Für die Zaunabsicherung müssen die Art der Tore und der Zauntyp festgelegt werden. Je nach Zauntyp werden an die Zaunfelder im Abstand von 2,5 bis 3 m Detektoren des Perimeter Protection Systems installiert. Dieses System wurde für die Installation an Draht- und Metallzäunen, sowie an Mauern und elektrischen Sicherheitszaun-Drähten entwickelt. Die Detektoren erkennen Änderungen in den Sensor-Bewegungen, verursacht durch Schneiden oder Überklettern eines Zaunes oder den Durchbruch einer Mauer, sowie Drahtbruch im Sensorkabel. Die Empfindlichkeit jedes einzelnen Detektors kann angepasst werden. Der Status jedes Detektors wird überwacht und im Vergleich zu den angrenzenden Detektoren analysiert. Dadurch wird eine hohe Erkennungswahrscheinlichkeit bei geringen Fehlalarmen durch Wind und ähnlichem gewährleistet.
Videoüberwachungsanlage
Bei der Planung der Videoanlage muss die Überwachung des gesamten Zaunes sichergestellt werden. Dazu werden Masten entlang des Zaunes aufgestellt, die permanent die Ereignisse am Zaun aufnehmen. An jedem Mast werden LED-Weißlichtscheinwerfer angebracht, die für sehr gute Ausleuchtung bei Nacht sorgen. In der Mitte des Geländes können Dome- Kameras installiert werden, die bei Alarmen in die Richtung des Alarmauslösers schwenken, damit das Alarmereignis auch von einer anderen Perspektive verfolgt werden kann. Außerdem können zyklisch oder manuell Touren mit den Dome-Kameras gefahren werden, um den Zustand z.B. einer Photovoltaik-Anlage regelmäßig zu prüfen, ohne vor Ort sein zu müssen. Die Detektionsgenauigkeit des Perimeterschutzsystems beträgt 2,5 m und bei einem Alarm liefert mindestens eine Kamera sofort ein Livebild von diesem Zaunbereich an die Leitstelle.
Bewegungserkennung
Auf dem Gelände können Bewegungsmelder installiert werden, die bis zu 200 m überwachen können. Diese Bewegungsmelder sind für den Außeneinsatz konzipiert und reagieren nicht auf Tiere. Sollte jemand das Gelände betreten haben, ohne Alarm auszulösen, werden die Bewegungsmelder den Eindringling mit Sicherheit detektieren. Eine entsprechende Alarmmeldung erscheint sofort mit Livebild in der Leitstelle.
Einbruchmeldeanlage (EMA)
Auch Einbruchmeldeanlagen können in das Sicherheitskonzept eingebunden werden. Befinden sich auf dem Gelände Gebäude, dann sollten diese durch eine Einbruchsmeldeanlage gesichert werden. Die Unscharf- bzw. Scharfschaltung erfolgt über entsprechende EMA-Terminals oder eine Zutrittskontrolle. Alle Meldungen der Einbruchmeldeanlage werden ebenfalls über die Internetverbindung zur Leitstelle übertragen, damit der Status der Anlage in der Leitstelle immer aktuell ist.
Zutrittskontrolle
Damit nicht bei jedem Kontrollgang Alarmmeldungen in der Leitstelle auftreten, werden an den Toren Kartenleser für die Zutrittskontrolle installiert. Berechtigte Personen können dann das Gelände betreten, ohne einen Alarm auszulösen.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
Eine ausreichend groß konzipierte USV ist für eine professionelles Sicherheitskonzept unbedingt erforderlich, damit nicht ein Kurzschluss oder Stromausfall das gesamte Sicherheitssystem ausschaltet, ohne daß es jemand merkt.
Alarmierungskonzept
Bei dem Alarmierungskonzept wird ermittelt, welche Alarme auftreten können und wie sie weitergeleitet und bearbeitet werden sollen. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Internetverbindung. Sollte nur eine langsame Verbindung möglich sein, dann muss das Konzept entsprechend angepasst oder nach alternativen Verbindungsmöglichkeiten gesucht werden.
Beispielprojekt: Überwachungssystem einer Photovoltaik-Anlage
In diesem Referenzprojekt wurde das Perimeterschutzsystem erfolgreich umgesetzt. Seine neueste Photovoltaik-Anlage schützt ein Energiedienstleister jetzt mit einem Video- und Sicherheitskonzept der Sicherheitsspezialisten Sipatec GmbH & Co. KG und SYNTRON GmbH.
Die Zaunanlage wurde mit einem Gittermattenzaun mit einer Maschenweite von 50 x 200 mm ausgeführt. Die Oberfläche ist in feuerverzinkter Ausführung (DIN ENISO 1461) mit zusätzlicher Kunststoff-Pulverbeschichtung in RAL 6005.
Die Durchfahrtstoranlage für Fahrzeuge wurde in einer Breite von 4,00 m und einer Höhe von 2,43 m gefertigt. Die Durchgangstoranlage für Fußgänger wurde in einer Breite von 1,00 m und einer Höhe von 2,43 m gefertigt. Bei einem gleichbleibenden Bodenniveau beträgt die Bodenfreiheit ca. 100 mm. Die Bauform der Toranlagen ist rechtwinkelig.
An den o.g. Zaun- und Toranlagen wurde ein Zaunsicherungssystem mit Vibrationssensoren montiert. Diese detektieren auf 2,50 m-Genauigkeit Einbruch-, Übersteig- und Durchbruchversuche durch Erkennung der dadurch entstehenden Vibrationen. Die Sensoren enthalten keine beweglichen Teile, sondern eine elektronische Platine im wetterfesten Gehäuse. Dabei besitzt jeder Sensor eine feste Identität. Der Status eines jeden einzelnen Sensors wird elektronisch überwacht und analysiert. Die Zaunanlage mit einer Gesamtlänge von ca. 750 m ist in 6 Zonen gegliedert. Die Signale der Sensoren von 2 Zonen werden jeweils durch eine Auswerteeinheit empfangen und ausgewertet. Es ergeben sich bei diesem Projekt 3 Auswerteeinheiten.
Auf dem Feld wurden insgesamt 13 Kameras (Cam 1 - Cam 13) installiert. Die Bilder werden permanent aufgenommen. Die Aufnahmen mit einer Länge von 1 Minute werden im Zwischenspeicher des Digitalen Video Rekorders (DVR) abgelegt. Bei Eingang eines Aufnahmeimpulses werden diese Aufnahmen auf den Festplattenspeicher transferiert und dauerhaft abgespeichert. Diese Aufnahme steht dann 14 Tage zur Verfügung.
Nach Eingang einer Alarmmeldung der Zaunsensorik aus dem Control-Panel wird das Abspeichern der Videoaufzeichnung im zutreffenden Bereich ausgelöst. Dabei ist jeder Sensor einer bestimmten Kamera zugeordnet. In Bereichen des Überschneidens von Bildausschnitten werden teilweise zwei Kameras zugeschaltet, deren Aufnahmen abgespeichert werden.
Als Aufnahmen im Alarmfall stehen jeweils eine Minute vor Alarmauslösung und eine Minute nach Alarmauslösung im Speicher zur Verfügung. Für den Fall eines unbemerkten Überwindens des Zaunes (Leiter, Gerüst, Sprungschanze etc.), das keine Alarmauslösung der Zaunsensorik verursacht, stehen dennoch Alarmaufzeichnungen zur Verfügung. Sämtliche Bewegungen innerhalb des Geländes und innerhalb des Bildbereiches werden aufgezeichnet und 14 Tage lang abgespeichert. Alle Aufnahmen stehen als wmv-Dateien auf insgesamt nahezu 1.000 GB Speicherplatz zur Verfügung und können über das mitgelieferte Programm "RemoteViewlog" auch aus der Ferne über das Internet abgerufen werden. Für die dauerhafte Überwachung der Anlage aus der Ferne steht das Programm "MultiView" zur Verfügung. Es wird auf einem Client-PC bei der Sicherheitsfirma installiert. Hier können die Live-Bilder mit mehreren Optionen beobachtet werden. Es besteht eine direkte Verbindung zum "RemoteViewlog", so dass die aufgezeichneten Videos leicht abgerufen werden können.
Da das Wachpersonal nicht ständig am Platz sein und den Bildschirm beobachten kann, werden eingehende Alarmmeldungen der Zaunsensorik mittels des Message-Tools, einem kleinem Benachrichtigungsprogramm, auf dem Client-PC bei der Sicherheitsfirma angezeigt. Bei Alarmeingang erscheint ein Popup-Fenster in Bildschirmgröße mit Anzeige des gestörten Abschnitts und der Live-Aufnahme. Außerdem können darüber die dann gespeicherten Videos sofort abgespielt werden. Alarme werden gespeichert und können auch im Nachhinein noch einmal aufgerufen werden.


