Stand: 25.08.2010
SyntronLine SeniorBasic®
"Hilfe - wo ist eigentlich Herr Meier ???"
"Mehr als 35 Millionen Menschen leiden weltweit an Demenz!"
Mehr als 35 Millionen Menschen weltweit leiden an der Alzheimer-Krankheit oder anderen Formen der Demenz.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen alle 20 Jahre nahezu verdoppeln wird. Bis zum Jahr 2050 drohen damit mehr als 115 Millionen Demenzkranke. Neben dem zunehmenden Alter gelten auch Übergewicht, ein hoher Cholesterinspiegel oder Diabetes als Auslöser. (B.Z. Online 2009)
In Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sind häufig demente Personen untergebracht, die vor dem unbemerkten Weglaufen aus der Pflegeeinrichtung geschützt werden müssen. Da bei sinkender Personalstärke nicht alle betroffenen Personen ständig betreut werden können, kam es schon häufig zu tragischen Vorfällen, bei denen demente Personen das Haus unbemerkt verlassen hatten und zu Schaden gekommen sind.
Abhilfe kann durch die Installation des drahtlosen Alarmierungssystems SyntronLine SeniorBasic® geschaffen werden. Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll: Bewohner, von denen man weiß, dass sie beim Verlassen des Hauses allein nicht zurückfinden, können ein Armband mit elektronischem Transponder erhalten. Jede zu sichernde Tür bzw. jeder zu sichernde Bereich wird mit einem Locator (einer Sendeeinheit) ausgestattet, die ein Detektions-Feld mit einer Kennung abstrahlt. Der Locator sollte sich möglichst außerhalb des Patientenbereiches befinden oder die Tür sollte mit einem Magnetkontakt ausgestattet sein, damit nicht bei jedem vorbeigehenden Patienten, der einen Transponder trägt, ein Alarm ausgelöst wird. Die Ausdehnung des Detektionsfeldes eines Locators ist weitgehend kugelförmig und kann zwischen 0,5 und 5 Meter eingestellt werden. Kommt ein Transponder in dieses Feld, dann sendet er seine eigene Transponder-Kennung und die Kennung des Locators mit der Meldung 'Feld betreten'. In einer Entfernung von bis zu 25 Metern von dem Transponder kann eine Empfangseinheit diese Transponder-Meldung empfangen und gegebenenfalls Alarm oder andere Aktionen auslösen. Die Empfangsreichweite ist im Wesentlichen von den Umgebungsbedingungen abhängig.
Somit bekommen Betreuer und Pfleger dieser Personen über das System eine Meldung und Zusatzinformationen (abhängig von der Ausbaustufe des Systems), dass einer Ihrer "Schützlinge" den für ihn sicheren Bereich verlässt.
Mögliche Varianten sind: Standalone-Systeme, die nur einen Kontakt schalten, an dem ein Alarmierungsmittel oder ein Lichtrufsystem angeschlossen ist, bis hin zu vernetzten Systemen, die je nach Umfang und Ausbaustufe (modularer Ausbau) auch Telefonanlagen und Lichtrufanlagen ansteuern oder Videotechnik integrieren können.
Funktionsweise SyntronLine SeniorBasic®
Standalone System
Bei der Standalone-Variante werden ein Locator und ein Receiver nahe der Tür montiert. Beide erhalten eine eigene Stromversorgung oder eine der Komponenten wird mit einem Netzteil montiert und die zweite Komponente wird über ein Patch-Kabel mit der ersten verbunden.
Kommt ein Patienten-Transponder in das Detektionsfeld des Locators, sendet der Transponder seine Kennung und die Kennung des Locators, der in dem gesicherten Bereich installiert ist. Der Receiver, der mit der Kennung des Locators angelernt wurde, erkennt die Meldung an und löst einen Alarm aus.
Sollte ein größerer Bereich durch kleinere Detektionsfelder überwacht werden, können an einen Locator bis zu 4 Slave-Locator angeschlossen werden, die die gleiche Kennung aussenden wie der Master-Locator.
Der SyntronLine SeniorBasic® Standalone Receiver unterstützt 3 Modi zur Ansteuerung des potentialfreien Kontakts auf dem Receiver:
- Impulsfunktion
Sobald ein Patient mit Transponder einen gesicherten Bereich betritt, wird über einen Impuls der Alarm an ein übergeordnetes Lichtrufsystem oder eine TK-Anlage weitergeleitet. Die Quittierung muss in dem übergeordneten System sichergestellt werden. - Latchfunktion
Betritt ein Patient mit Transponder einen gesicherten Bereich, wird der potentialfreie Kontakt eingeschaltet, bis eine Quittierung über einen Personal-Transponder oder einen angeschlossenen Quittungstaster erfolgt. - IN/OUT-Funktion
Die IN/OUT-Funktion wird meistens verwendet, um Türen zu verriegeln und damit den Patienten am Weglaufen zu hindern. Der zu sichernde Bereich befindet sich dabei innerhalb einer Station oder eines Wohnbereiches. Nähert sich ein Patient der Ausgangstür, wird der Transponder ein paar Meter vor Erreichen der Tür detektiert und die Tür wird automatisch verriegelt, bis der Patient sich wieder von der Tür entfernt oder die Verriegelung durch einen Personal-Transponder aufgehoben wird (unter Berücksichtigung von Brandschutzverordnungen und Genehmigungen der örtlichen Behörden).
Der Receiver kann sowohl Alarme als auch Transponder-Buchungen akustisch über einen integrierten Summer signalisieren.
Sollten mehrere Patienten mit Transpondern das Feld betreten (jeder Transponder sendet eine 'Feld betreten' Meldung), speichert der Receiver alle Transponder in einer internen Transponder-Liste. Es wird bereits beim ersten Transponder Alarm ausgelöst - je nach eingestelltem Modus. Um den Alarm abzustellen, müssen alle Transponder das Detektionsfeld verlassen (Transponder senden 'Feld verlassen' Meldung). Sollte das Relais der Empfangseinheit dazu verwendet werden, die zu sichernde Tür zu verriegeln, sobald sich ein Patient im Detektionsfeld befindet, dann kann mit dem Druck auf die große Taste des Personal-Transponders der Alarm bzw. das Relais für 20 Sekunden zurückgesetzt werden, um die Tür zu öffnen.
Patienten können von Personen mit einem Personal- oder Begleit-Transponder durch den gesicherten Bereich geführt werden, ohne einen Alarm auszulösen. Alternativ können Personal-Transponder, wenn sie im Detektionsfeld des Locators sind, durch Drücken der kleinen Taste die Transponder-Liste löschen und die Alarme aller Transponder zurücksetzen.
Online System
Schematische Darstellung eines Online-Systems
Bei der SyntronLine SeniorBasic® Online-Variante gibt es weit mehr Möglichkeiten als beim Standalone-System. Mindestens die Receiver müssen über LAN oder über RS485-BUS mit einem SyntronLine SeniorBasic®-Server oder einem RFAPP-Controller verbunden werden. Die Sendeeinheiten müssen meist nur eine Stromversorgung erhalten, außer wenn die Ein- oder Ausgänge der Sendeeinheiten genutzt werden sollen, z.B. für eine akustische Alarmierung an der Tür oder ereignisgesteuerte Abschaltung des Detektionsfeldes.
Ein wesentlicher Unterschied zum Standalone-System ist, dass der SyntronLine SeniorBasic®-Server bzw. der RFAPP-Controller alle Daten aus dem System sammelt, verarbeitet und die entsprechende Steuerung ausführt. Das bedeutet, dass eine Empfangseinheit die Transponder-Meldungen von vielen Locators akzeptiert und weiterleitet. Dadurch kann ein Standalone-System für z.B. 10 Türen kostenintensiver sein als ein Online-System. Bei einem Standalone-System für 10 Türen werden mindestens 10 Netzteile, 10 Empfangseinheiten, 10 Sendeeinheiten und eine Verkabelung für die Rufweiterleitung zum Lichtrufsystem oder zu einem Rufserver benötigt. Für das Online-System benötigt man bei 10 Türen mindestens 5 Netzteile, mindestens eine Empfangseinheit, 10 Sendeeinheiten, einen Netzwerk-Adapter und einen SyntronLine SeniorBasic®-Controller zzgl. Verkabelung, die einfacher sein kann als bei Standalone, da das System auch über ein vorhandenes LAN verbunden werden kann.
Ein SyntronLine SeniorBasic® Online-System hat auch den Vorteil, dass sämtliche Buchungen im System protokolliert und ausgewertet werden können. Es ist somit revisionssicher, was für die Verantwortlichen eine deutliche Verbesserung und Absicherung der rechtlichen Lage darstellt. Auch für die Überwachung der Transponder und deren Batteriestatus stehen automatische Berichte zur Verfügung.
Die Alarmierung ist bei dem SyntronLine SeniorBasic® Online-System wesentlich komfortabler als bei einem Standalone-System, bei dem pro Tür nur ein Alarm ohne die Transponder-Kennung ausgelöst werden kann. Bei dem Online-System ist bekannt, welcher Patient einen gesicherten Bereich betreten oder verlassen hat. Somit kann z.B. einem Rufserver über eine Schnittstelle der Alarm mit detaillierten Informationen zum Ort und zur Person geliefert werden. Das Personal spart viel Zeit, wenn nur nach einer Person gesucht werden muss und nicht nach allen.
Betritt ein Transponder das Detektionsfeld eines Locators, sendet er seine Transponder-Kennung und die des Locators. Ein Receiver bzw. mehrere Receiver im Umkreis von 15 bis 25 Metern empfängt bzw. empfangen die Meldung und leiten sie über die Datenverbindung zum SyntronLine SeniorBasic®-Server weiter. Nun wird durch den Transpondertyp und die Systemkonfiguration bestimmt, wie weiter verfahren werden soll. Ein Patienten-Transponder kann einen Alarm auslösen und es wird z.B. der potentialfreie Kontakt der Sendeeinheit geschaltet, um eine akustische Signalisierung vor Ort zu erreichen. Zusätzlich kann die Alarmierung des Personals über verschiedene Wege erfolgen:
- Software-Schnittstelle oder potentialfreie Kontakte zum Lichtrufsystem
- Software-Schnittstelle oder potentialfreie Kontakte zu einem Rufserver der TK-Anlage
- Alarmmitteilung über Sprachmodem auf beliebige Telefone
- Ansteuerung der potentialfreien Kontakte der Receiver bzw. der Locator, die online sind, je nach Konfiguration
- Video-Option für Zeit- und Kostenersparnis, da die Mitarbeiter über eine komfortable Möglichkeit verfügen, die Patientenbewegungen nachzuvollziehen, die zu einem Alarm geführt haben, statt zu dem gesicherten Bereich laufen zu müssen
- Benachrichtigungssoftware 'SyntronLine MessageTool' für den Personal-Arbeitsplatz,
für Textmeldungen, Alarmgrafik, Live-Aufschaltung der Videokamera vor Ort
(wenn Option Video vorhanden), Anzeigen der aktuell aufgezeichneten Alarmvideos
(wenn Option Video vorhanden) und Anzeige des Patienten-Fotos - Asset-Transponder zur Sicherung von medizinischen Geräten
- Alarm-Meldungen, wenn Batterien von Transpondern schwach werden
Das SyntronLine SeniorBasic®-Konzept ist modular aufgebaut und kann von einem Standalone-System bis zu einem großen Sicherheitssystem mit Video, Alarmgrafik, Zutrittskontrolle, berührungslosem Zahlungssystem, Medikamentenausgabe usw. durch das Hinzufügen von Modulen, je nach Bedarf und Anwendungsfall, erweitert werden.
Zusätzliches Highlight ist die Option Videoüberwachung, die durch vollständige Integration in die Funktionen des SyntronLine SeniorBasic® Online-Systems , LAN- und WLAN-Fähigkeit, sowie einfache Bedienung bei vergleichsweise geringen Kosten besticht. Besonders muss hervorgehoben werden, dass das Personal sofort Zugriff auf das aktuelle Alarmvideo hat und somit viel Zeit spart, da nicht zu den gesicherten Bereichen gegangen werden muss, um zu überprüfen, wer oder was den Alarm ausgelöst hat. Viele Gebäude sind verwinkelt und wenn das Personal zu einer gesicherten Tür kommt, ist meist nichts mehr von der Alarmursache zu sehen oder nachzuvollziehen. Mit der Option Video muss ein Pfleger immer zuerst zum Arbeitsplatz gehen und kann dort einfach ein Video abrufen, das die Patientenbewegungen zeigt, die zum Alarm geführt haben.
Das SyntronLine SeniorBasic® Online-System kann auch um die Option ESPA erweitert werden. Dann werden Alarme nicht nur über potentialfreie Kontakte oder den Stations-PC weitergegeben sondern auch auf Telefone. In der Option ESPA sind 3 Möglichkeiten von Sprachansagen auf Telefone möglich:
- Das ISDN-Sprachausgabe-Modem ist die kostengünstigste Variante. Dabei wird das Sprachausgabe-Modem vom SyntronLine SeniorBasic®-Server gesteuert und an einen ISDN-Port der TK-Anlage angeschlossen. Je gesichertem Bereich oder je Transponder können eine Rufnummer und ein Text hinterlegt werden. Bei einem Alarm werden die Rufnummern gewählt, bis vom Personal der Ruf über das Telefon quittiert wurde.
- Über die ESPA4.4.4 Schnittstelle können Pager-Systeme oder Rufserver, wie Temeno oder der Siemens DAKS-Server, angebunden werden.
- ESPA-X ist die komfortabelste Schnittstelle, da sie einen bidirektionalen Datenaustausch mit einem Siemens Micro-DAKS oder einem Siemens DAKS7 über TCP-IP erlaubt.

